Casa Rocca Piccola 2024 & 2025
Das Casa Rocca Piccola ist ein bedeutendes historisches Stadthaus im Herzen von Valletta und bietet einen seltenen Einblick in das Leben des maltesischen Adels über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert, kurz nach der Gründung Vallettas durch den Souveräner Malteserorden, errichtet. Es diente ursprünglich als Wohnsitz für wohlhabende Ritter und Adelsfamilien, die sich nach der Großen Belagerung von Malta in der neu aufgebauten Hauptstadt niederließen.
Im Laufe der Zeit ging das Haus in den Besitz der einflussreichen Familie de Piro über, die es bis heute bewohnt und verwaltet. Besonders bemerkenswert ist, dass das Casa Rocca Piccola nicht nur ein Museum ist, sondern noch immer ein privater Wohnsitz – eine seltene Kombination, die Authentizität verleiht. Darüber hinaus verfügt das Haus über fünf Gästezimmer als Bed & Breakfast.
Architektonisch spiegelt das Gebäude den typischen Stil maltesischer Adelshäuser wider: Innenhöfe zur Belüftung, reich verzierte Räume und eine Vielzahl von Salons, die für gesellschaftliche Anlässe genutzt wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zudem unterirdische Luftschutzräume in das Haus integriert, die heute ebenfalls besichtigt werden können.
Heute ist das Casa Rocca Piccola für Besucher geöffnet und zeigt eine umfangreiche Sammlung von Möbeln, Kunstwerken und Alltagsgegenständen, die das Leben des Adels vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart dokumentieren. Es gilt als eines der wichtigsten privaten Museen Maltas und verbindet auf einzigartige Weise lebendige Geschichte mit persönlichem Erbe.

Santiago Room
Der Santiago Room im Casa Rocca Piccola B&B in Valletta ist ein besonders charaktervoller Raum, der historischen Charme mit ungewöhnlichen Details verbindet.
Das auffälligste Element des Zimmers ist das Bett: Es stammt ursprünglich aus einer Kirche in Lissabon und wurde kunstvoll zu einem luxuriösen Himmelbett umgestaltet. Dadurch entsteht sofort eine Verbindung zwischen sakraler Geschichte und privatem Wohnraum – typisch für die besondere Atmosphäre des gesamten Palazzos.
Der Raum ist thematisch von der Pilgertradition rund um Santiago geprägt. Überall finden sich Muschel-Motive, die symbolisch für den Jakobsweg stehen. Besonders markant ist eine große hölzerne Muschel an der Wand, die aus Santiago de Compostela stammt und dem Zimmer seinen Namen gibt.
Insgesamt vermittelt der Santiago Room eine warme, leicht maritime und zugleich spirituelle Atmosphäre. Historische Elemente, individuelle Dekoration und die Einbettung in ein über 400 Jahre altes Adelshaus machen ihn weniger zu einem typischen Hotelzimmer als zu einem kleinen, lebendigen Stück Geschichte, in dem man tatsächlich wohnen kann.

Cosimo Suite
Die Cosimo Suite im Casa Rocca Piccola ist eine der elegantesten und großzügigsten Unterkünfte des Hauses und vermittelt das Gefühl, in einem privaten Adelspalast zu wohnen.
Der Raum ist nach einem Mitglied der Familie benannt und spiegelt die lange Geschichte des Hauses wider. Im Zentrum steht ein klassisches, opulent gestaltetes Bett, umgeben von hochwertigen Stoffen und antiken Möbeln, die den aristokratischen Stil des 18. und 19. Jahrhunderts aufgreifen. Hohe Decken, große Fenster und traditionelle maltesische Balkone lassen viel Licht herein und geben dem Raum eine luftige, repräsentative Wirkung.
Besonders charakteristisch für die Cosimo Suite ist die Kombination aus Wohn- und Schlafbereich. Neben dem Bett gibt es einen separaten Sitzbereich mit historischen Möbeln, der zum Verweilen einlädt und das Gefühl eines privaten Salons vermittelt – ganz so, wie es früher für wohlhabende Familien üblich war.
Die Dekoration ist reich, aber nicht überladen: Gemälde, Spiegel und ausgewählte Antiquitäten erzählen leise von der Vergangenheit des Hauses. Gleichzeitig ist die Suite modern ausgestattet, sodass sich historischer Charme und zeitgemäßer Komfort harmonisch ergänzen.
Insgesamt wirkt die Cosimo Suite weniger wie ein klassisches Hotelzimmer, sondern vielmehr wie ein persönlicher Rückzugsort innerhalb eines lebendigen Museums – stilvoll, ruhig und tief in der Geschichte von Valletta verwurzelt.

Frühstück
Das Highliht des Frühstücks ist der Ort, der begrünte historische Innenhof des Hause. An insgesamt fünf Tischen kann man entspannt in den Tag starten.
Der Kaffe, Espresso oder Cappuchino des Hauses wird ebenso frisch zubereitet wie der frisch gepresste Orangensaft.
Die sonstige Auswahl ist übersichtlich gehalten, aber alles ist sehr lecker. Maletisches Brot, Schinken, Salami, Käse, dazu Müslis, Eier , eine Auswahl an frisch geschnittenem Obst, Tomaten, Oliven sowie Marmeladen und Joghurt runden das Angebot ab.
Der Star des Hauses
Kiku ist der berühmte Papagei des Casa Rocca Piccola und gehört für viele Besucher genauso zum Erlebnis wie die historischen Räume selbst.
Der farbenprächtige Ara lebt seit vielen Jahren im Haus und ist eine echte Persönlichkeit. Er begrüßt Gäste oft lautstark, kommentiert das Geschehen mit neugierigen Lauten und sorgt mit seinem lebhaften Verhalten für eine unerwartet verspielte Note inmitten der ehrwürdigen Atmosphäre des Palazzos. Gerade dieser Kontrast – zwischen jahrhundertealter Adelsresidenz und einem quirligen Papagei – macht den Charme des Hauses aus.
Kiku ist nicht nur ein „Haustier“, sondern fast schon ein inoffizieller Gastgeber. Viele Besucher erinnern sich nach ihrem Aufenthalt besonders an ihn, weil er dem historischen Gebäude etwas sehr Lebendiges verleiht. Seine Präsenz lockert die oft stille, museale Stimmung auf und macht deutlich, dass das Casa Rocca Piccola kein gewöhnliches Museum ist, sondern ein bewohntes Zuhause.
So ist Kiku gewissermaßen ein Symbol für das Haus selbst: traditionsreich, einzigartig – und voller überraschender Geschichten.
Das Museum
Das Casa Rocca Piccola zählt zu den eindrucksvollsten historischen Häusern in Valletta und bietet Besuchern eine lebendige Reise durch mehrere Jahrhunderte maltesischer Geschichte. Die wichtigsten Höhepunkte des Museums verbinden Architektur, Alltagsleben und persönliche Geschichten der Adelsfamilie.
Ein zentrales Highlight sind die prächtig eingerichteten Prunkräume. Dazu gehören Salons, Speisezimmer und private Gemächer, die mit originalen Möbeln, Gemälden und Dekorationen ausgestattet sind. Sie vermitteln anschaulich, wie der maltesische Adel vom 16. Jahrhundert bis in die Neuzeit lebte.
Besonders eindrucksvoll sind auch die unterirdischen Luftschutzräume aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese Bunker, die direkt unter dem Haus liegen, wurden während der Bombardierungen Maltas genutzt und geben einen authentischen Einblick in die schwierige Zeit der Insel während des Krieges.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Sammlung persönlicher Gegenstände der Familie de Piro. Dazu gehören Kleidung, Silberwaren, Dokumente und Alltagsobjekte, die Geschichte greifbar und menschlich machen – fernab von reiner Ausstellung.
Auch die Architektur des Hauses selbst ist ein Erlebnis: der zentrale Innenhof, die typisch maltesischen Balkone und die verwinkelten Räume zeigen die Bauweise einer aristokratischen Residenz in einer dicht bebauten Festungsstadt.
Insgesamt zeichnet sich das Museum dadurch aus, dass es keine „tote“ Ausstellung ist, sondern ein authentisches Zuhause – ein Ort, an dem Geschichte nicht nur gezeigt, sondern noch immer gelebt wird.